Dackel sitzt in einem Karton
Ratgeber

Umzug ins Eigenheim: Was ist wichtig?

Alle Verträge sind unterzeichnet, das Richtfest haben Sie genutzt, um die Nachbarn kennenzulernen, den Schlüssel zu Ihren eigenen vier Wänden haben Sie bereits in der Tasche und die letzten Wochenenden wurden genutzt, um den Boden zu verlegen und die Wände zu streichen. 
Dafür von uns als allererstes: Herzlichen Glückwunsch! Nun steht der letzte Schritt an – der Umzug. Und bei diesem möchten wir Sie gerne unterstützten. Natürlich nur mit der Theorie. Sie wissen ja: der Rücken und so... 

Umzugsunternehmen oder Freunde und Bekannte?

Wenn Sie ein Umzugsunternehmen engagieren, dann können Sie sich entspannt zurücklehnen und die meisten Schritte unserer Checkliste ignorieren. Ein kleiner Tipp von uns: Wenn Sie möglichst preisgünstig umziehen, aber nicht auf die Hilfe eines Umzugsunternehmens verzichten wollen, dann werfen Sie doch mal einen Blick auf Online-Umzugsauktionen. Achten Sie aber auf die Kundenbewertungen. Denn nicht immer ist der günstigste Anbieter auch der qualifizierteste.

Wenn Sie hingegen alles in Eigenregie gemeinsam mit Freunden und Bekannten erledigen, dann ist jeder der folgenden Schritte für Sie wichtig.

Schritt 1: Mietwohnung gekündigt?

In all der Vorfreude auf die eigenen vier Wände kann man das schon mal vergessen. Ihre Mietwohnung muss mit einer Frist von drei Monaten gekündigt werden. Die Kündigung muss allerspätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats bei Ihrem Vermieter eingehen. Schicken Sie Ihre Kündigung also am besten ein paar Tage vorher auf den Weg. Nur, um sicher zu gehen. Und wenn Sie dabei noch mehr auf Nummer Sicher gehen wollen, versenden Sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein. Dann erhalten Sie einen Nachweis über die Zustellung.

Schritt 2: Alle Behördengänge erledigt?

Für vieles, das mit einem Umzug ins Eigenheim auf Sie zukommt, haben Sie auch noch nach dem Einzug Zeit. Um wenige Dinge sollten Sie sich aber vor dem Umzug kümmern. Was Sie hier beachten müssen, das erfahren Sie ausführlich in unserem Magazin-Beitrag „Hauskauf, Wohnungskauf: Nötige Behördengänge und Papierkram.“ 

Schritt 3: Versicherungen

Stellen Sie vor dem Umzug sicher, dass Sie eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen und diese über Ihre neue Adresse sowie die Quadratmeterzahl Ihres Hauses / Ihrer Wohnung informiert haben. Umzugsunternehmen sind zu einem gewissen Wert selbst versichert. Wenn Sie aber mit Freunden und Bekannten umziehen, dann gibt es diverse Dinge zu beachten, die wir in diesem Artikel ausführlich beschreiben.

Schritt 4: Aussortieren

Klar, die ganzen Zeichnungen der Kinder, Fotoalben und alles Liebgewonnene müssen mit. Aber die Kleidung, in die man „bestimmt irgendwann mal wieder reinpasst“, die Sammlung an alten Schrauben, die „noch gut sind“ oder das Geburtstagsgeschenk des Onkels, das „oh...ähm, danke“ ist? Damit Ihr Start ins Eigenheim auch wirklich ein frischer Start ist, lohnt sich der anstehende Umzug zum Aussortieren. Es muss ja nicht auf dem Müll landen. Freunde und Bekannte freuen sich bestimmt über das eine oder andere gute Stück und ansonsten bieten Altkleidersammlung oder Flohmärkte genügend dankbare Abnehmer.

Schritt 5: Vor dem Umzug

  • Ausreichend Umzugsmaterial besorgen
    Kartons, Verpackungsmaterial und Decken sollten in ausreichender Menge vorhanden sein. Ein kleiner Tipp: Umzugskartons müssen nicht immer gekauft werden. Sie können auch gemietet oder mit einer Rückkaufoption versehen werden. So nehmen die Kartons keinen unnötigen Platz im neuen Haus oder der neuen Wohnung ein.
  • Richtig packen
    Schweres nach unten, Leichtes darauf. Kartons nie randvoll mit Schwerem beladen und Zerbrechliches mit genügend Verpackungsmaterial schützen.
  • Kartons beschriften
    Was kommt in das Schlafzimmer, was ins Wohnzimmer? Damit nachher kein Chaos entsteht und auch die Umzugshelfer wissen, wo es langgeht, sollte alles gut beschriftet sein. Bei gemieteten Kartons können Sie die Beschriftung mit Malerkrepp auf den Kartons aufbringen.
  • Möbel sichern
    Möbel mit Türen oder Schubladen werden mit idealerweise mit Spanngurten gesichert. Klebeband funktioniert bei unempfindlichen Möbeln auch.
  • Alles für den ersten Abend / die erste Nacht separat packen
    Idealerweise in Koffern oder Kartons, die Sie schon vorher ins neue Haus fahren. So ersparen Sie sich am Abend die Suche nach den Handtüchern, dem Besteck oder den Gläsern.
  • Kühlschrank abtauen
    Falls Sie ihn mit in die neue Wohnung nehmen.
  • Das neue Haus / die neue Wohnung absichern
    Türen aushängen, Zargen mit Decken schützen oder den Boden abdecken: Sie möchten in Ihre eigenen vier Wände nicht mit einem ärgerlichen Umzugsschaden starten.
  • Parkplatz reservieren
    Vor ihrem eigenen Haus / Ihrer eigenen Wohnung müssen Sie keinen Parkplatz reservieren. Vielleicht könnte es aber helfen, kurz mit den Nachbarn abzusprechen, ob diese nicht am gleichen Tag einziehen, so dass man sich hier nicht in die Quere kommt.
    Vor Ihrer alten Mietwohnung könnte sich eine Halteverbotszone aber als nützlich erweisen. Diese können Sie in den meisten Fällen bei der Stadt beantragt werden, manchmal auch bei der Polizei.
  • Beleuchtung im Eigenheim
    Sorgen Sie schon vor dem Umzug in die eigenen vier Wände für Beleuchtung im Haus / der Wohnung. Es kann auch mal später werden.
  • Umziehen mit Haustieren
    Hunde gewöhnen sich recht schnell an das neue Zuhause, Katzen brauchen ein bisschen länger, Kleintiere wie Hamster oder Hasen haben mit der neuen Umgebung keine Probleme. Alle Tiere haben jedoch Probleme mit dem Umzugstrubel. Sollten Sie die Möglichkeit haben, Ihr Haustier für die Zeit des Umzugs an eine Vertrauensperson abzugeben, dann ist dies die ideale Lösung. Alternativ suchen Sie für Ihr Tier einen ruhigen Ort während des Umzugs.
  • Umziehen mit Kindern
    Das neue Zuhause ist für Kinder natürlich besonders aufregend. Sprechen Sie mit Ihren Kindern im Vorfeld viel über den Umzug und das neue Haus / die neue Wohnung und nehmen Sie sie so oft wie möglich mit.
  • Umziehen mit Freunden und Bekannten
    Auch diese müssen sich an das neue Umfeld gewöhnen. Was dabei hilft: gute Verpflegung während des Umzugs und vielleicht das eine oder andere Getränk für die Zeit danach.

Schritt 6: Der Umzug ins Eigenheim

Es sollte nun alles bestens vorbereitet sein. Dann kann es ja losgehen:

  • Alte Mietwohnung auf Vorschäden prüfen
    Damit Sie Ihre komplette Kaution vom Vermieter zurückerhalten, sollten Sie auch Ihre alte Wohnung vor Umzugsschäden sichern. Um dabei ganz auf Nummer Sicher zu gehen, dokumentieren Sie am besten auch Vorschäden im Treppenhaus.
  • Spanngurte, Sackkarren und Packdecken
    Diese helfen Ihnen dabei Möbel und sperriges Gut im Umzugswagen zu sichern. Sackkarren erleichtern Ihnen vor allem bei Kühlschränken, Waschmaschinen und vielem mehr die Arbeit.
  • Umzugshelfer einweisen
    Wer kümmert sich um was? Welches Teil soll wohin? Da Sie am Umzugstag sowieso viel koordinieren und an noch mehr denken müssen, schadet es nicht, ein paar Verantwortlichkeiten abzugeben.
  • Umzugswagen richtig packen
    Kartons zuerst, Möbel in die Mitte, flache Gegenstände an die Seiten, große Haushaltgeräte möglichst gegen Ende ein- und vor dem neuen Haus zu Beginn wieder ausladen. Alles mit ausreichend Spanngurten und Packdecken schützen.
  • Die Helfer bei Laune halten
    Ausreichend Getränke und Verpflegung und genügend Pausen für Freunde und Bekannte sind bei jedem Umzug Pflicht. Denn: viele Hände, schnelles Ende.

Schritt 7: Nach dem Umzug

  • Durchatmen
    Sie wohnen jetzt in Ihrem eigenen Haus beziehungsweise Ihrer eigenen Wohnung. Herzlichen Glückwunsch!
  • Namensschilder anbringen
    Damit die Post, Paketboten oder Lieferanten Sie an Ihrem neuen Wohnort auch finden, sollten Sie spätestens jetzt feierlich das Namensschild anbringen.
  • In der alten Mietwohnung
    1. Die Wohnung besenrein übergeben: „Besenrein“ heißt in diesem Fall, dass grobe Verschmutzungen mit Besen oder Staubsauger beseitigt werden müssen. Schönheitsreparaturen (Wände streichen, Dübellöcher verspachteln etc.) müssen in vielen Fällen nicht vorgenommen werden. Es sei denn, dies ist vertraglich vereinbart und die Klausel ist wirksam. Zu diesem Thema sind in den letzten Jahren so viele Rechtsprechungen erfolgt, dass wir Ihnen hier leider keinen genauen Hinweis liefern können.

    2. Zählerstände ablesen: Idealerweise beauftragen Sie eine Zwischenablesung. Die Kosten dafür müssen von Ihrem Vermieter übernommen werden. Im Beisein des Vermieters und eines weiteren Zeugen können Sie diese aber auch festhalten.

    3. Übergabeprotokoll anfertigen: Gemeinsam mit dem Vermieter sollten alle Mängel der Wohnung in einem Übergabeprotokoll festgehalten werden. So sorgen Sie dafür, dass Sie nicht für Schäden haftbar gemacht werden, die nach Ihrem Auszug entstehen.

    4. Der Miete Lebewohl sagen: Denn ab jetzt sind Sie Eigenheimbesitzer.
     
  • Müll entsorgen
    Bei einem Umzug entsteht immer viel Müll. Ihre Nachbarn werden es Ihnen danken, wenn Sie die ganzen sperrigen Kartons und Pappen zum Wertstoffhof fahren.
  • Behördengänge erledigen
    In der Zeit direkt nach dem Umzug stehen noch einige Ummeldungen für das Haus, das Auto und vieles mehr an. Was Sie hier beachten müssen, beschreiben wir in unserem Artikel „Hauskauf, Wohnungskauf: Nötige Behördengänge und Papierkram.

Schritt 8: Ankommen und die Zeit genießen

Wenn die letzte Kiste ausgepackt ist, alle Formalitäten erledigt sind und alles einen vorläufigen Platz gefunden hat, dann heißt es: ankommen. 
Klar, der Garten steht noch an. Und das Vorbeet. Und eigentlich müsste man noch dieses und jenes... Aber hier „müssen“ Sie gar nichts. Denn das ist der Ort, der ganz und gar Ihnen gehört: Ihr Eigenheim. Genießen Sie das ruhig einen Augenblick. Oder auch zwei.