Wohnpark „Brotfabrik“

Ein Bild aus den 1920er Jahren: eine Brotkutsche der Brotfabrik Franz Speith in Resse.

Das Ehepaar Christa und Rüdiger Barbrock.

30.03.2010

Schmackhafte Tradition: Deutsche Reihenhaus baut Wohnpark „Alte Brotfabrik“ in Gelsenkirchen-Resse

Die Deutsche Reihenhaus hat den Vertrieb des Wohnparks „Alte Brotfabrik“ in Gelsenkirchen gestartet. Im Stadtteil Resse baut das Kölner Unternehmen 34 Reihenhäuser.

Die Deutsche Reihenhaus hat den Vertrieb des Wohnparks „Alte Brotfabrik“ in Gelsenkirchen gestartet. Im Stadtteil Resse baut das Kölner Unternehmen 34 Reihenhäuser. Auf dem traditionsreichen Gelände der Brotfabrik Speith entstehen 24 Exemplare des Haustyps „81 m² Lebensfreude“ und 10 des Typs „141 m² Familienglück“. Die Preise für das kleinere Hausmodelle inklusive Grundstück starten ab 119.900 €, die für das Modell mit 141 m² Wohnfläche bei 179.900 €.

 

Der Name des Wohnparks ist Programm und erinnert an die 110-jährige Tradition der Bäckerei Speith. Christa Barbrock, geb. Speith, erinnert sich: „Mein Großvater Franz gründete seine Bäckerei 1895 in Schalke. Die startete äußerst erfolgreich und er verlegte sie nach Resse.“ Dort entstanden ein Wohnhaus mit Ladenlokal, die Bäckerei und Nebengebäude, zu denen unter anderen auch Pferdeställe gehörten. Barbrock: „Damals war es üblich, die Backwaren mit Pferdewägen zu den Kunden zu transportieren.“ An die Hungerjahre des 1. Weltkrieges erinnert Barbrock: „Wenn der Schornstein der Bäckerei rauchte, wussten die Resser, dass Speith wieder etwas Kohle und Weizen zum Brotbacken erhalten hat. Sofort stürmten die Leute in den Laden. Und nach kurzer Zeit wurde es so eng, dass man eine Schüppe mit Knöpfen zusammenkehren konnte, als die Kundschaft das Geschäft wieder verlassen hatte.“

 

Nach dem 2. Weltkrieg bauten zwei Söhne Speiths, Alois und Herbert, an der Lange Straße eine moderne Anlage auf. Christa Barbrocks Ehemann Rüdiger, über 18 Jahre Geschäftsführer des Unternehmens: „Speith baute die erste vollautomatische Backstraße für Brot und Brötchen in Deutschland. Das Unternehmen entwickelte sich zur Großbäckerei, die zu Spitzenzeiten bis zu einer halben Million Brötchen und 10.000 Brote täglich produzierte.“ Hauptkunden: Zechen, Kokereien, Schwerindustrie und Krankenhäuser im Ruhrgebiet. Die großen Discounter Deutschlands wurden bis nach Koblenz mit Speiths Backwaren beliefert. Und auch in der blau-weißen Nachbarschaft ließ man es sich schmecken. Rüdiger Barbrock: „Schalke 04 bekam für die Heimspiele bis zu 50.000 Brötchen geliefert.“ Das Unternehmen aus Resse stieg zu einer der größten Brötchen-Fabrikationen in der nördlichen Hälfte Deutschlands auf.

 

Es folgten Rekorde auf Rekorde, nicht nur in Sachen Backwerk. In den 1990er Jahren wurde auf den Öfen der Bäckerei der größte Fleischkäse der Welt gebacken. Nachdem das 80 Meter lange Exemplar per Tieflader zu einem Stadtfest gefahren und verspeist wurde, fand es auch seinen amtlichen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

 

Anfang des neuen Jahrtausends veränderte sich die Situation: „Das Konsumverhalten unserer Kunden änderte sich. Immer mehr Bäcker arbeiteten mit Aufbackprodukten. An den Tankstellen gab es auch an den Wochenenden immer frisch aufgebackene Brötchen. Mit unseren fertigen Produkten konnten wir den Geschmack des Publikums nicht mehr so treffen. Wir hätten riesige Modernisierungsmaßnahmen treffen müssen.“ So entschloss man sich, das Unternehmen ordnungsgemäß aufzulösen.

 

Das Fazit der Eheleute Barbrock: „Wir freuen uns jedenfalls, dass auf einem Gelände mit dieser Tradition wieder neues Leben einzieht. Die Bäckerei unserer Familie war lange Jahre eine feste Größe im Gemeindeleben in Resse. Und wenn die Hausbesitzer des neuen Wohnparks zu einer gelungenen Nachbarschaft und zum Familienleben in der Stadt etwas beitragen, sind wir zufrieden.“

 

Nach dem Wohnpark „Am Theater“ in Marl ist dieser 7.000 m² große Wohnpark in Gelsenkirchen das zweite Projekt der Deutschen Reihenhaus im Ruhrgebiet. Das Investitionsvolumen beträgt rund 7 Millionen Euro. Das Haus „81 m² Lebensfreude“ richtet sich an Singles, Paare und Kleinfamilien. Es wird besonders von der Generation 50+ nachgefragt. Das Haus „141 m² Familienglück“ richtet sich an Familien mit viel Platzbedarf. Die Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen. In der Regel vergehen bei der Deutschen Reihenhaus zwischen Spatenstich und Fertigstellung der Häuser sechs Monate. Somit werden die ersten Familien bereits das Weihnachtsfest 2010 im neuen Eigentum feiern können.

 

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