"Invisible Things": Ausstellungseröffnung im Today Art Museum in Peking

Die Initiatoren Dr. Daniel Arnold (2.v.l.) und Professor Wu Xuefu mit den Kuratoren Martin Rendel (l.) und Dr. René Spitz (r.)

Die deutschen Alltagsgegenstände

05.07.2013

„Invisible Things“ im Today Art Museum Peking eröffnet: Das deutsche Reihenhaus zieht es nach China

Wer braucht Nivea-Cremé, wenn er Tiger-Balsam hat? Wer "Mensch, ärgere Dich nicht!", wenn er Mahjong hat? Das eine ist typisch deutsch, das andere typisch chinesisch. Und wie passt alles zusammen? Die Antwort gibt jetzt eine Ausstellung über Alltagsgegenstände, die so typisch sind, dass sie gleichsam unsichtbar sind: „INVISIBLE THINGS“ im Today Art Museum in Peking.

Warum jeweils rund 7.800 Kilometer in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nahe liegt? Dr. Daniel Arnold, Initiator der Ausstellung, weiß es: „Weil erst die Faszination für das Fremde den Blick auf das Eigene schärft.“ In China beschäftigt sich Professor Wu Xuefu mit der Fokussierung auf Landestypisches: „Alltagsgegenstände springen nicht mehr ins Auge. Sie sind dabei aber mächtige Sinnbilder, auch wenn uns das oft gar nicht auffällt.“

Es reifte eine gemeinsame Erkenntnis der Initiatoren. Daniel Arnold: „Die Globalisierung hat die Welt der Dinge bereits durchlässig gemacht. Alltagsgegenstände wandern zwischen Kulturen hin und her. Viele wählen wir unbewusst, einige bewusst.“ Wu Xuefu ergänzt: „Genau diese Gegenstände verändern unsere Vorstellung von Welt und uns selbst. Mit dieser Ausstellung gehen unsere beiden Länder einen großen Schritt auf einander zu.“

In der chinesischen Landeshauptstadt werden zahlreiche Gegenstände aus Deutschland präsentiert, unter anderem die Raufaser-Tapete, die BILD-Zeitung, die Birkenstock-Sandale, das Bobby-Car, das „Mensch, ärgere Dich nicht“-Spiel. Daniel Arnold: „All diese Gegenstände sind durch ihre Alltäglichkeit kulturelle Konstanten geworden. Wir sind glücklich, mit dieser Gemeinschaftsausstellung die Kulturen einander näher zu bringen.“

Den chinesischen Teil trägt Wu Xuefu bei: unter anderem rote Unterhosen, geflochtene Fächer, Nachttöpfe und Rückenkratzer. „Unsichtbare Ikonen deutscher und chinesischer Alltagskultur treffen in dieser Ausstellung aufeinander. Die interkulturelle Versuchsanordnung macht erfahrbar, dass alle Dinge eine Heimat haben. Aber auch ein Eigenleben.“

Ausstellungsdauer: 3. – 15. Juli 2013
Eröffnungsfeier: 4. Juli 2013, 17 Uhr
Today Art Museum, Beijing
Pingod Community
No.32 Baiziwan Road
Chaoyang District
Beijing

Dr. Daniel Arnold ist Vorstandsvorsitzender der „Deutsche Reihenhaus AG“. Er beschäftigt sich intensiv mit dem gesellschaftlichen Kontext von Stadtentwicklung. Daraus sind bislang neun eigenständige Ausstellungen bzw. öffentliche Veranstaltungen entstanden – unter anderem im Museum für Völkerkunde Hamburg, im Dortmunder U, im Museum für Angewandte Kunst Köln und im Neuen Museum Nürnberg – sowie zahlreiche Buchveröffentlichungen. Die deutschen Alltagsgegenstände und Porträts stammen aus der Ausstellung „In deutschen Reihenhäusern“.

Wu Xuefu ist Professor für Kunst und Design an der Communication University of China. Er ist Autor des Buches “Chinese Things”, das mittlerweile in vier Sprachen erschienen ist. Die gleichnamige Ausstellung präsentierte er beim chinesischen Gastlandauftritt auf der Frankfurter Buchmesse. Es folgten Ausstellungen im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main, in der Cubus Kunsthalle Duisburg und im LD Design Center in Peking.

 

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